Peter Graneis

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1. Seit März 2020 lebst Du mit der Pandemie – wie hat sich Deine Arbeit verändert und was empfindest Du im Rückblick?

Die größte Veränderung waren natürlich die gestrichenen Konzerte.
Ich habe mich auf die Arbeit konzentriert, die auch ohne Publikum möglich ist, und so beispielsweise eine LP aufgenommen und online unterrichtet.
Im Sommer 2020 durfte ich mit dem Ballett am Rhein in Düsseldorf und Duisburg als Solist auftreten, im Herbst ein Konzert vor beschränkter Publikumszahl im Weißen Saal im Neuen Schloss Stuttgarts spielen, und seit April 2021 arbeite ich zusätzlich im Impfzentrum.

2. Was hat Dir in dieser schweren Zeit geholfen, Dich selbst zu motivieren, durchzuhalten und weiterzumachen ?

Für einen künstlerischen Beruf braucht man keine externe Motivation.
Natürlich sind die Umstände für die Kunst zu Corona sehr schwierig und die kulturpolitische Unterstützung lächerlich.
Aber mit Motivation hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

3. Ab November 2020 gab es weitere komplette Einschränkungen für die Kulturbranche. Wie hat Dich das belastet, gerade in der Weihnachtszeit und Anfang 2021?
Wie bist Du damit umgegangen?
Was waren Deine größten Sorgen in der Zeit?

Im Dezember habe ich mein 2. Album aufgenommen.
Mit der Schließung war zu rechnen, da die Kulturschaffenden keine Interessenvertreter, Lobby oder Gewerkschaft haben, wie beispielsweise industrielle Großkonzerne. Das wurde über die ganze Pandemie hinweg klar.

4. Viele Maßnahmen und Einschränkungen wurden in den 14 Monaten umgesetzt, welche Folgen hatten diese für Dich persönlich und Dein berufliches Leben ?

Ich durfte keine Konzerte vor Publikum spielen und keine Schülerinnen und Schüler in Präsenzform unterrichten.

5. Seit 14 Monaten liegt nun fast die gesamte Kulturbranche brach, keine Konzerte, oder Veranstaltungen, somit keine Einnahmen.
Wo siehst Du für Dich Licht am Ende des Tunnels?
Wie lange kannst Du weiter durchhalten?
Was sind Deine jetzigen Planungen?

Ich hoffe, dass Normalität zurückkehrt und bis dahin Kulturschaffende auch während eines Berufsverbots auf staatliche Hilfe bauen können.

6. Was erwartest Du für Dich in der Kulturbranche bis Ende 2021 und insbesondere für 2022 ?

Spannend wird, ob wir im Winter wieder alles schließen.
Ob es weitere Impfungen gibt und wie diese sich auf die Einschränkungen auswirken.
Ich bin pessimistisch für den Jahreswechsel, hoffe aber auf Normalität im kommenden Jahr.

7. Welches Projekt-/e kannst Du im Rückblick seit März 2020 für Dich selber als wichtig erachten ?

Die wenigen Konzerte die ich unter strengen Auflagen spielen durfte, sowie das Aufnehmen meines 2. Albums.

8. Es gibt erste Lichtblicke für die Kultur, Öffnungen bestimmter Konzerthäuser (Hamburg, London, Paris, NY und mehr), aber mit hohen Auflagen.
Was erwartest Du für Deine eigenen Planungen?
Gibt es schon Anfragen oder Zusagen für Konzerte für die nächsten Wochen und Monate ?

Es gibt kleine Veranstaltungen die wieder möglich sind, natürlich sind die Organisatorinnen und Organisatoren vorsichtig.
Aber Formate wie die 1:1 Concerts, von denen ich auch ein Teil bin, sind innovative Ideen den Künstlerinnen und Künstlern, Auftrittsmöglichkeiten geben und einem kleinen Publikum Zugang zu Kultur bieten und zu bezahlen

9. Gibt es etwas Besonderes, worauf Du dich persönlich besonders nach Corona freust ?

Konzerte.

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