Rebekka Hartmann

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

Seit März 2020 lebst Du mit der Pandemie – wie hat sich Deine Arbeit verändert und was empfindest Du im Rückblick?

Am 8.3.2020 spielte ich das letzte Konzert vor dem großen Lockdown. Die Zeit danach war sehr frustrierend. Es trudelten nur noch Absagen ins Haus. Unter den Absagen waren zum Beispiel mein Debut im Teatro Colon/Buenos Aires, das Gründungskonzert meines neu gegründeten Orchesters Euphonia Orchester München, um nur ein paar Veranstaltungen zu nennen.
Das wären Meilensteine gewesen. Ziemlich deprimierend. Jedoch begann dann Ende Juni meine Konzerttätigkeit wieder. Vor kleinerem Publikum und mit den vorgeschriebenen Maßnahmen. Was für ein Geschenk, wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Ab November dann wieder zu. Seit dieser Zeit wieder nur Absagen.

Was hat Dir in dieser schweren Zeit geholfen, Dich selbst zu motivieren, durchzuhalten und weiter zu machen?

In den ersten Monaten habe ich die Geige 8 Wochen lang in der Ecke liegen lassen. Frust und Traurigkeit über all die Absagen und die so aussichtslose Situation durch Corona. Ich habe in dieser Phase sehr viel Sport gemacht, viel gekocht und wertvolle Zeit mit meiner Familie verbracht.
Ab Mai kam die Motivation wieder von ganz alleine, vor allem durch die Aussicht auf Konzerte in der wärmeren Jahreszeit.

Seit November gibt es – wie schon ab März 2020, wieder komplette Einschränkungen für die Kulturbranche – Wie wirst Du mit den weiteren Maßnahmen, die es seit Anfang des Jahres gibt und die jetzt weiter verlängert wurden umgehen und welche Folgen haben diese für Dich?

Natürlich war der Lockdown ab November wieder ein Schlag ins Gesicht. Viele mir so wichtige Konzerte sind schon wieder weggebrochen. Aber was soll man tun? Die Gesundheit geht vor.

Welche Folgen hätte es für die Kulturbranche und für Dich persönlich, wenn es weitere Verlängerungen bis in den März oder sogar Ostern geben würde?

Je länger diese Einschränkungen andauern, umso schlimmer für die Kulturbranche. Viele Kollegen müssen umsatteln, da sie null staatliche Hilfe bekommen und einfach überleben müssen.
Es ist bedauerlich, dass Künstler so behandelt werden. Ich hoffe, dass all meine Kollegen da sein werden, wenn wir endlich wieder loslegen dürfen. Auch für mich sind die Verlängerungen sehr schwierig. Wir haben das Instrument von Kindesbeinen an gelernt. Viel Zeit, Energie und Kraft investiert. Für die Bühne, für die Menschen! Das geht alles gerade nicht. Ich möchte zurück auf die Bühne und zwar so schnell wie möglich. Ich hoffe für meine Kollegen und für mich, dass das bald der Fall sein wird.

Welches Projekt kannst Du im Rückblick seit März 2020 für Dich selber als wichtig erachten?

Jedes einzelne Projekt war ein Geschenk!

Gibt es etwas Besonderes, worauf Du Dich persönlich besonders nach Corona freust?

Nähe zu meinen Freunden. Umarmungen! Konzerte mit meinen Kollegen!!!

Was erwartest Du für Dich in 2022?

Einfach Normalität! Und die Hoffnung, dass sich die Gesellschaft durch diese Krise hindurch auch wirklich gewandelt hat. Liebe, Freundschaft, Respekt und Treue!!

Weitere interessante Artikel

Übersetzen »
X