TATJANA WORM-SAWOSSKAJA

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

Seit März 2020 lebst Du mit der Pandemie – wie hat sich Deine Arbeit verändert und was empfindest Du im Rückblick?

Die Pandemie hat einiges in meinem Leben, in meiner subjektiven Wahrnehmung, der Realität und in meinem Arbeitsprozess verändert. Diese Zeit erforderte viel an Geduld, Ausdauer und vor allem an Kreativität. Durch die konzertfreie Zeit im 1. Lockdown hatte ich endlich die Zeit bekommen, um an meinen neuen Ideen und Programmen ausführlich zu arbeiten, um diese in den darauffolgenden Sommermonaten bei zahlreichen Solo-Konzerten, darunter auch bei vielen Open-Air-Konzerten, umzusetzen.
Geistig befand ich mich wie in einem Spiel, wo der Spieler einer oder anderen Aufgabe ausgesetzt wurde und musste dabei die beste Lösung finden, um am Schluss erfolgreich an das Finale zu kommen. Wichtig dabei war positiv nach vorne zu schauen und die Ruhe zu bewahren.
Allgemein betrachte ich unser menschliches Leben als ein Spiel oder besser gesagt als eine Prüfung unserer geistigen und seelischen Fähigkeiten. Wir befinden uns ständig in verschiedenen Situationen, die wir nach gutem Gewissen regeln und dabei ehrlich und treu unseren Visionen und den Menschen, die uns umgeben, bleiben müssen. Unser Lebens-Zeitfenster hier auf der Erde ist relativ kurz. Entscheidend ist, wie wir mit dieser Zeit, die nie zurückkommt, umgehen.
Im Rückblick auf die Pandemie betrachte ich diese Zeit für mich persönlich als eine geschenkte Zeit, sowohl für meine künstlerische Entwicklung als auch für den Prozess der seelischen Reife.

Was hat Dir in dieser schweren Zeit geholfen, Dich selbst zu motivieren, durchzuhalten und weiter zu machen?

Der Glaube und das Vertrauen an Gott, das positive Denken, Selbstdisziplin und vor allem immer wieder motivierende, Freude und Lachen versprühende Telefonate und Video-Konferenzen mit dem Geschäftsführer von klassikandmore, Herrn Malte Fischer.

Seit November gibt es – wie schon ab März 2020, wieder komplette Einschränkungen für die Kulturbranche – Wie wirst Du mit den weiteren Maßnahmen, die es seit Anfang des Jahres gibt und die jetzt weiter verlängert wurden umgehen und welche Folgen haben diese für Dich?

Bei Musiker gibt es eine wunderbare Aussage: „Nach dem Konzert ist vor dem Konzert“. Von Natur bin ich ein positiv denkender Mensch und versuche die durch die Schließung der Konzertsäle gewonnene Zeit, für die Vorbereitung der neuen Konzert-Programme produktiv zu nutzen. Also befinde ich mich momentan im Modus „Vor dem Konzert“.
Dazu kommt es, dass ich in der durch die Pandemie verursachten Konzertpause endlich die Zeit gefunden habe, mich meinen weiteren Leidenschaften wie das Modeln und der Fotografie zu widmen. Zusammen mit namhaften Fotografen wie Ferdinando Cioffi, Lilija von Riga und Viktoria Knittel entstanden mehrere thematische Fotosessions, die perfekt meinen drei-dimensionalen Klavierkonzerten wie z.B. „Klassik für Alle“, „Orient trifft Okzident“, „Winterreise mal anders“, „Russischer Winter“ und „Russische Weihnachten“ angepasst haben!

Welche Folgen hätte es für die Kulturbranche und für Dich persönlich, wenn es weitere Verlängerungen bis in den März oder sogar Ostern geben würde?

Wenn alle für diesen Zeitraum geplante Konzerte ins Wasser fallen würden.

Welches Projekt kannst Du im Rückblick seit März 2020 für Dich selber als wichtig erachten?

Der Zeitraum von 18. Juni bis einschließlich den 06.September 2020 waren künstlerisch gesehen besonders intensiv und produktiv: Insgesamt 13 Klavierkonzerte, darunter elf Konzerte „Klassik für alle“ in Schwetzingen, Baden-Baden und Frankfurt a. M. sowie zwei Premieren des neuen thematischen Konzertes „Polichinelle – der Weg zu Rachmaninow“ in Schwetzingen.

Gibt es etwas Besonderes, worauf Du Dich persönlich besonders nach Corona freust?

Ja, auf die Freiheit des Atmens im direkten und übertragenen Sinne. Auf die nicht verdeckte, freudig strahlende Gesichter der Menschen, auf das Wiedersehen mit Menschen, die man vermisst und die man wieder begegnen möchte und natürlich auf das Publikum und die Live-Konzerte!

Was erwartest Du für Dich in 2022?

Im Jahr 2022 erwarte ich ein erfolgreiches Umsetzen all der Ideen und Visionen, die in Zusammenarbeit mit klassikandmore entstanden sind und die endlich in einem großen Format umgesetzt werden können.

Weitere interessante Artikel

Übersetzen »
X